Akeneo erhält 13 Millionen Dollar zum Ausbau seines PIM

Das französisch-amerikanische Start-up Akeneo hat neues Expansionskapital von Partech und Alven Capital erhalten.

Akeneo ist in Deutschland der einzige Anbieter eines Product Information Management (PIM) Systems als Enterprise-taugliche Open Source-Lösung. PIM Systeme werden zunehmend wichtiger für Unternehmen, die im immer härter umkämpften Multichannel-Wettbewerb ihre Produkte vertreiben möchten. 

Akeneo wurde 2013 in Nantes, Frankreich, gegründet und bietet seitdem seine kollaborative Open Source Plattform für ein deutlich optimiertes Produktinformations-management an. Ein PIM zentralisiert vorhandene Daten rund um das Produkt, im PIM selbst werden diese dann angereichert, validiert und übersetzt, bevor sie im Anschluss in einheitlicher Qualität in alle Verkaufs-Kanäle verbreitet werden. Hersteller wie Einzelhändler können ihre Produkte besser und einheitlicher organisieren und vermarkten. Das Ergebnis ist: Alle Daten sind vollständig und kongruent über alle Kommunikationskanäle hinweg – auf der Website, in den Filialen, in Printkatalogen und vielen weiteren Anwendungen, die die Unternehmen bespielen. Somit erhöhen sie ihre qualitative Konversionsrate um ein Vielfaches, verbessern ihre SEO-Tauglichkeit und erhöhen die eigene Produktivität bei der Bereitstellung der Daten. Die Akeneo PIM Lösung macht es darüber hinaus möglich, Verkaufsaktivitäten schneller und besser zu skalieren und sie an Kunden- oder Marktbedürfnissen anzupassen.

„Wir arbeiten mit vielen Marken und Händlern zusammen, die die Herausforderung ihrer eigenen digitalen Transformation annehmen müssen. Unserer Überzeugung nach kann es keine effektiven und dauerhaften digitalen Veränderungen geben, wenn nicht die Qualität der Produktdaten im Zentrum steht”, sagt Frédéric de Gombert, Mitgründer und CEO von Akeneo.

Vor dem Markteintritt Akeneos haben große Unternehmen mit IT-Giganten wie SAP oder anderen PIM-Anbietern zusammengearbeitet, um in mühsamen Prozessen ihre Produktinformationen aufzubauen. Wenn heute jemand zu Akeneo wechselt, ist das vergleichbar mit einem Wechsel zu einem modernen CRM, aber eben für Produktdaten statt für Kundendaten.

„Der PIM-Markt ist vergleichbar mit dem CRM-Markt – nur 15 Jahre zurück. Jedes Unternehmen, sei es Hersteller oder Einzelhändler, egal, welcher Größe, hat neben den Mitarbeitern zwei wirklich wichtige Assets: die Kunden und die Produkte“, so der Deutschland-Chef Tobias Schlotter. „Akeneo zahlt direkt auf beide ein, und so langsam verstehen immer mehr Unternehmen, dass sie ein tolles Produkterlebnis schaffen müssen, damit das Kundenerlebnis ebenfalls großartig sein kann. Und das gilt heute für nahezu jedes Unternehmen in Deutschland.“

Ähnlich wie Magento wählte Akeneo die Strategie, die Basis-Version ihrer Open-Source-Lösung als kostenlose Ausgabe von Anfang an zum Download anzubieten. Bis heute wurde dieses Angebot über 40.000 mal angenommen – mehr als ein Download pro Stunde weltweit. Damit hat Akeneo sich international schnell einen Namen für sein intuitives PIM geschaffen. Die Enterprise-Edition nutzen heute mehr als 120 Weltmarken und Händler, darunter Samsung, Adidas, Amer Sports, Made.com, Fraport oder Siroop. Diese Kunden zahlen im Durchschnitt ca. 35.000 € pro Jahr. Egal, wie viele User damit arbeiten. Die meisten Kunden arbeiten mit der OnPremise Variante. Doch seit Jahresbeginn 2017 bietet Akeneo auch eine Cloud-Version an, sodass Unternehmen sich nicht mal mehr um die technische Infrastruktur kümmern müssen.

Laut Schlotter erlebt das Thema PIM gerade im Marketing und unter dem Thema „Digital Business“ seinen zweiten Frühling. Mit dem Ausbau des Sales Teams und der Produktentwicklung will Akeneo seine PIM-Lösung noch schneller, noch besser und noch userfreundlicher gestalten. Schlotter kann sich auf dem deutschsprachigen Markt nicht über mangelndes Interesse beschweren. Die Nachfrage ist enorm, weil das Akeneo PIM heute bereits als Schnellboot, „Next Generation PIM“, und beste intuitive Anwendung auf dem Markt bezeichnet wird – nicht von ungefähr, dauert die Implementierung von Akeneo meistens nicht länger als maximal sechs Monate. Wo hingegen viele Kunden mit anderen Lösungen häufig genug mit Jahresprojekten kämpften.

Die Gründer und Unterstützer

Hinter Akeneo stehen vier Gründer, die in der Welt des E-Commerce bereits national und international bekannt sind: die drei französischen Gründer sind Frédéric de Gombert (CEO), Nicolas Dupont (Leiter Produktentwicklung) und Benoit Jacquemont (CTO); als vierter kommt der Amerikaner Yoav Kutner hinzu. Kutner hat Magento mitgegründet – ein weltweit führendes Unternehmen bei E-Commerce-Plattformen, das 2011 an Ebay verkauft wurde. Roy Rubin, Ex-CEO und Mitbegründer von Magento, trat 2016 ebenfalls dem Akeneo-Board bei.

Als Investoren stehen Partech Ventures und Alven Capital dem Unternehmen zur Seite. Partech Ventures ist der Mehrheitsinvestor dieser neuen Investitionsrunde und beurteilt PIM strategisch als einen großen Wettbewerbsvorteil für E-Commerce-Unternehmen. „Je mehr Produktangebote auf den Markt kommen und je mehr Kanäle diese Produkte anbieten, umso wichtiger wird das Management der Produktdaten. Wir sind überzeugt davon, dass Unternehmen mit dem besseren PIM werden ihre Umsätze relevant steigern und dauerhaft den Wettbewerb anführen“, sagt Partech Gesellschafter Reza Malekzadeh. „Akeneos hervorragendes Produkt, die große internationale Relevanz gepaart mit der ambitionierten Geschäftsvision und den außerordentlichen Leistungen des gesamten Teams haben uns davon überzeugt, dass es nun Zeit ist, einen neuen Standard auf dem PIM-Markt zu setzen. Und Akeneo hat alles, um das zu erreichen!“

„Wir glauben weiterhin an die talentierten Gründer von Akeneo und ihr wunderbares Team. Ihre bisherigen Erfolge haben unser Vertrauen gestärkt, weshalb wir das Unternehmen nun finanziell dabei unterstützen, ihre internationalen Standorte weiter auszubauen und ihren Weg der Disruption des Marktes global weiter zu verfolgen“, begründet Jeremy Uzan, Gesellschafter bei Alven Capital.

Akeneo plant, die neue Finanzierung dafür einzusetzen, das Entwicklerteam zu verdoppeln und den internationalen Vertrieb zu beschleunigen. Das Unternehmen verfügt über Standorte in den USA, Frankreich und Deutschland.


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